Schemata 2

Die Schienen hörst du nur gedämpft. 35 cm feuerfestes Plastik und Metall trennen dich von einem sich 210 km/h schnell bewegenden Untergrund. Und trotzdem sitzt du gelangweilt dar und starrst aus dem Fenster. Rechts gegenüber von dir sitzt ein Beamter, der so tut als ob er liest, jedoch glotzt er bei jeder Gelegenheit auf den Busen der Russin neben mir. Wie ein Schüler der sich anschickt von seinem Nachbar abzuschauen, ohne dabei sein Gesicht von dem Buch abzuwenden.

Du fährst.

Du starrst weiterhin aus dem Fenster.

210 km/h. 190 km/h. Durchsage. "Wir verspäten uns um ca. 20 Minuten, da sich Kinder auf dem Gleis befinden."

80 km/h. Die Frau mir gegenüber stöhnt. 20 km/h.

"Was für unverantwortliche Eltern lassen ihre Kinder auf den Gleisen spielen?"

Stillstand.

Keine Kinder, sage ich. "Was? Meinen sie das ist nur ein Vorwand?" Ja, sage ich. "Ein Unfall?" Unfall? Nein, kein Unfall.

Selbstmord.

Selbstmord.

Selbstmord.

Keiner will in einem Zug sitzen der gerade einen Menschenüberfahren hat.

Stillstand. Durchsage. "Es befinden sich bahnfremde Personen auf den Gleisen." Wieso revidiert er die Antwort?

Mit egal. Ich komme zu spät. Verpass mein Anschluss und so.

20.12.08 23:30


Selbstbeherrschung

Ich saß im Dunkeln als Sie reinkamen. Ich saß im Sessel, in der linken ein Glas Auchentoshan, in der rechten die Beretta. Sie merkten nichtmal das ich bereits im Schlafzimmer war als sie sich küssend und geil aufeinander aufs Bett warfen. Ich schoß der Frau in den Kopf ohne eine innerliche Reaktion. So als würde ich einfach nur die Toilettenspülung betätigen oder eine Flasche Bier öffnen. Ganz banal. Steve jedoch schrie. Selbstbeherrschung.

"Scheisse, wer bist du?" brüllte er. "Steve" sagte ich, "setz dich doch ersteinmal bevor wir mit dem Small Talk beginnen." Ich schoss ihm ins linke Bein und er sackte sofort sitzend und wimmernd auf das Bett.

"Wer zur Hölle bist du?" fragte er erneut, weinend und mit den Händen sein blutendes Bein festhaltend. "Ist nichts persönliches weiss du." antwortete ich beiläufig. Selbstbeherrschung. "Du fickst meine Frau, dafür ficke ich dich, Steve.". Er versuchte mich im dunklen Sessel zu Mustern. "Weisst du Steve, dein Whisky ist gut, dein Sessel bequem, wahrlich sehr angenehm hier zu sein. Du könntest ein guter Freund von mir sein, wenn du nicht meine Frau vergewaltigt hättest.". Er ver fiel seinem eiwgen Mantra: "Wer bis' du, scheisse, oh Gott, scheisse! SCHEISSE!". "1985, Frühling, Steve. Erinnert du dich? Wie eine Puppe hast du Sie benutzt Steve. Steve hör mir zu. Du wirst heute Nacht sterben Steve. 12 Jahre lang nach deinem Freispruch habe ich dich gesucht und eins versichere ich dir: Du wirst nicht so schnell sterben wie dein transexueller, pädophiler Freund neben dir." Er erinnert sich. "I-Ich... verdammt Mann! Es war ein Unfall". Ich lächelte. "Ja Steve. Nachdem ich fertig bin, dich zu häuten werde ich es auch wie einen Unfall aussehen lassen". Ich schoss ihm in die restlichen Gliedmaßen, klebte seinen Mund zu, suchte mir ein Messer, welches mir Stumpf genug erschien und machte mich an die Arbeit. Jedesmal wenn ein erstickter Schrei erklang sagte ich: "Bleib ruhig Steve, es ist alles eine Sache der Serlbstbeherrschung!"

6.12.08 00:07


[Proceed - Painspeech]

YOU are my Slave,

And I beat you down, I kick in your face to defend my Throne!

I Cut the laugh out of your face,

I am the Slaughterer and you are my sheep! 

 

2.5.08 20:23


Schemata 1.

Du wachst auf. In deinem Mund sammelt sich der ganze gestrige Abend in Form von einem wiederlichem Atem. Du fühlst dich schmutzig, so als ob man dich in Alkohol gebadet, dich dann in eine Sauna gesteckt und mit warmer Zigarettenluft abgeföhnt hätte. Du schwitzt. Die Nacht war heiss. Der Alkohol hatte dafür gesorgt dass du durchschlafen konntest. Du setzt dich auf, greifst nach der Zigarettenpackung. Du rauchst nicht genußvoll, du willst einfach nur Nikotin. Dichte Rauchschwaden hüllen den kleinen Raum in einem stinkenden Nebel ein, der Geruch von Schweiss, Rauch und Essensresten hängt in der Luft. Du beobachtest wie das Licht in Kombination mit dem Rauch kleine Lichtspiele mit den wenigen Licht erzeugt, der durch die Jalousien dringt.

Keine Lust etwas zu tun. Du überlegst krampfhaft wie du diesem Tag zu einem sinnvollen Abschluss bringen sollst. Ein Sinn, der für andere die pure Langeweile bedeutet, aber für dich, für dich ergibt es einen Sinn. Du gehts unter die Dusche um dir den ganzen vergangenen Tag wie eine zweite Haut vom Körper zu schälen, knallst dich danach mit einem penetrant riechendem Deo ein und begibst dich in das Einkaufzentrum.

Du musst gar keine Besorgungen machen. Du willst dich einfach nur an dem Hass ergötzen, der dir jedesmal die Kehle raufkriecht, wenn du siehst wie die Leute durch die Gegend rennen, sich an Wertgegenständen und Kleidung gegenseitig aufgeilen und über ihr belangloses Leben reden, als wären sie der Mittelpunkt in dem ganzen Geschehen. Du weisst aber das du selbst es zu nichts gebracht hast. Also beobachtest du einfach nur, obwohl du eigentlich schreien willst. Du willst den ganzen Kommerz erbrechen, aber du trinkst einfach nur ein Bier. Du gehts nach Haue und masturbierst zu irgendeinem Porno. Du liest dir irgendwelche Zeitschriften durch, obwohl du den Inhalt garnicht aufnimmst. Und du bemerkst das du auch dich hasst.

Ich bin Jack's unbemerkter Tumor.

1.5.08 12:11


.

Wenn man das ganze Blut weggemacht hat, sieht es aus als würde er friedlich schlafen.
11.2.08 20:36


.

Nicht die Hand eines Kindes.

Nicht die Hand eines Erwachsenen.

Nicht die Hand zum schlagen.

Nicht die Hand zum streicheln.

Nicht die Hand für Gewalt.

Nicht die Hand für Zärtlichkeiten.

Nicht die Hand eines Diebes.

Nicht die Hand eines Gläubigen.

Die Hand eines beschissenen Menschens.

Die Hand eines Tieres.

Nicht mehr nicht weniger.

6.2.08 20:25


Einzug

Heute ging ich in der früh spazieren, keine ahnung wieso. Es war sehr kalt, überall zeigte sich Reif und der Atem kondensierte zu dicken, weissen Wolken.

Ein stückchen im Wald traf ich einen alten Herren. Er war um die 80, jedoch sah sein Gesicht alles andere als alt aus. Sein Haar war nicht grau, es war durch und durch weiss. Ein  ebenso weisser Bart umspielte sein lächeln, jedoch war es sehr kurz getrimmt und wirkte alles andere als ungepflegt. Er trug einen schwarzen Mantel, darunter ein weisses Hemd, sowie eine Melone. Das ganze Bild wurde noch durch den schwarzen Gehstock mit silbernen Knauf abgerundet, den er sich an seinem Arm gehängt hat.

"Guten Morgen!" sagte er verschmitzt. "Morgen" murmelte ich vor mir hin, gewillt weiterzugehen. "Ein wunderbarer Tag, nicht wahr?". Ich hielt inne. Ach, einer von der Sorte. Nun, dann werd ich mich mit ihm kurz unterhalten müssen. "Äh, ja, angenehm, wenn auch etwas kalt" sagte ich zaghaft. "Naja, bald wirds ja wärmer." erwiederte er mit einem Augenzwinkern. "Mhh..." kam aus mir gelangweilt vor.

"Nunja, wie ich sehe wirken sie sehr beschäftigt! Wahrscheinlich überlegen sie, wie sie diesen alten Kauz am besten wieder los werden. Nun mein Herr, ich möchte sie nicht aufhalten!" sprudelte es lächelnd aus ihm heraus. 

"Nein! Ich meine... ich wollte nicht unhöflich wirken!", "Ach," winkte er ab, "machen sie sich keine Sorgen. Jedoch komm ich nich ohnehin ihnen zu sagen, dass die Leute sich meistens freuen, mich zu sehen!" Er zwinkterte erneut und lächelte dabei derart offenherzig, dass es einem schwerfiel zu glauben, es sei nur gespielt.

"Nun mein Herr, dann möchte ich mich von Ihnen verabschieden!" sagte er kichernd und schaute einen sich zu ihm hinbiegenden Nußstrauch interessiert an.

"Ich wollte wirklich nicht unhöflich wirken!" sagte ich nochmals mit nachdruck, aber es klang alles andere als sicher. "Was machen sie da eigentlich an diesem Strauch?" Er drückt hier und dort daran rum und betrachtete es danach wie ein Meister der Kunst, der eben ein schwieriges Werk beendet hat. "Ach, das! Ganz einfach: Ich bringe die Knospen an die Bäume!" Er fing an zu lachen dass ich aufpassen musste, nicht mit einzustimmen. "Sehr Lustig. So sagen sie es mir." Er fuchelte hier und dort rum, pfiff vor sich hin und ausser einem Kichern kam nichtsmehr aus ihm heraus. "Haben sie mich nicht verstanden? Was machen sie hier?" Ein Vogel zwitscherte. Und noch einer. Und dann kam das gezwitscher von überall her, stimmte ein Konzert des Waldes an. "Naja", er gestikulierte mit den Händen, "Versuchen sie sich vorzustellen, dass ich eine Art Diensleistung vollbringe. Das alles so läuft wie es laufen soll. Und jetzt ist es wieder so weit. Oh ja, so könnte man es ausdrücken." Irgendwie wirkte er nichtmehr wie 80. "Aha... sorgen wohl dafür das die Vögel zwitschern und alle grün wird?" fragte ich merklich sarkastisch. Das ständige, offen ehrliche Lächeln wich nicht einen Augenblick von seinem Gesicht. "Junger Herr! Drücken sie es aus, wie sie es wollen, aber seien sie versichert, auch sie haben was davon! Ausserdem haben sie mitten ins schwarze getroffen!" Von ihm ging nun ein seltsam vetrauter Geruch aus. "Seien sie doch nicht so misstrauisch! Lassen sie mich einfach machen!". Ich spielte schon eine ganze weile mit dem Gedanken meinen Weg fort zu setzen, nun entschied ich mich dafür. "Wie auch immer Herr....." "Ich wünsche ihnen auch einen wunderbaren Tag! Von ganzem Herzen!" fiel er mir ins Wort. Ich starrte ihn eine weile lang an, schüttelte ihm kurz darauf die Hand und ging, ohne mich umzudrehen.

Nach kurzen Weile hörte ich ihn noch etwas rufen.

"Herr Frühling! Ich heisse Herr Frühling!".

Ich drehte mich schlagartig um, aber an der Stelle, an der er hätte stehen sollen, stand niemand mehr.

Eine Brise warmer Luft, die wunderbar nach einem angenehmen Frühjahr roch, wehte mir aus der Richtung entgegen, in denen vor Sekunden noch der alte Mann stand.

"Frühling... ja, ich freue mich, das er nun da ist."

28.1.08 20:31


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